Dienstag, zweiter Tag in Berlin
Ein guter Urlaubstag beginnt mit einem gesunden Frühstück bei Onkel und Tante. Die Lammkeule vom Vorabend ist zwar noch nicht komplett verdaut, aber ein Brötchen, Kaffee und frisch gepresster Blutorangensaft passen dann doch noch rein. Anschliessend Tagesticket für die BVG kaufen und mit der U9 zum Leopoldplatz nach Wedding fahren wo ich mich mit Onkel Porno aka Alex aus Köln verabredet hatte, der seine Freundin besucht ...
Neben den Saurierskeletten und einheimischen
Tieren gibt es noch Räume zur Evolution, Mineralogie, Ausgrabungs- und Präparationstechniken (geiles Tier auf dem Bild,
hab leider vergessen was das genau war), vor allem die Sammlung von Meteoriten ist erstaunlich. Alex wollte dann noch
für 20 Euro die Patenschaft für einen Insektenkasten oder ein antikes Buch
übernehmen, will sich das jetzt aber nochmal überlegen wo er seinen Namen für die Ewigkeit hinplaziert.
Gegen Nachmittag kommt der kleine Hunger, mit ein wenig Kleingeld in der Tasche muss in Berlin aber niemand hungern
(Döner ab 1,49€) - wir entscheiden uns für eine asiatische Glutamatbutze. Das Essen wird frisch zubereitet, schmeckt
ausgesprochen gut und macht satt, die Klamotten müffeln allerdings schon dezent nach Bratfett.
Am Abend fahre ich mit der Verwandtschaft zum Ku'damm, wo wir uns im Hotel Kempinski mit einem befreundeten Ehepaar
treffen. Von dort geht es über die Straße zum jüdischen Gemeindezentrum, wo es jeden Dienstag Abend ein koscheres Buffet
gibt das auch für Nicht-Juden offen ist wenn man am Wachmann und dem Metalldetektor vorbeikommt. Interessant: der
Metallstiel eines Regenschirms führt zu lautem Piepen, während Metallbeschläge an Kleidungsstücken, Schuhen oder dem
Gürtel toleriert werden. Der Schirm durfte aber ebenso wie der ältere Bekannte mit Herzschrittmacher ohne Kontrolle
passieren, wir sehen wohl nicht wirklich gefährlich aus.
Das Buffet ist sehr reichhaltig, es gibt eine grosse Auswahl an Vorspeisen, sehr viel Fisch und Geflügel und dazu einen
exzellenten (aber teuren) koscheren israelischen Rotwein von den Golanhöhen. Ausser uns sind fast nur Russen da, auch
die Bedienung scheint russischer Abstammung zu sein. Alles in allem eine interessante Erfahrung, aber nochmal muss ich
da nicht hin. Die Atmosphäre gleicht eher einer kleinen Rathauskantine und geschmacklich hat mich das Meiste nicht
angesprochen - dafür war die Auswahl allerdings üppig. Zum Ausklang gehen wir noch in die Paris Bar, Treffpunkt der 'Bohème' (Künstler, Filmschaffende) an der Kantstraße, es
gibt guten französischen Rotwein und pornografische Kunst an der Wand (hatte leider keine Cam dabei).





An dieser Stelle ein kleiner -hoffentlich feiner- Hinweis zu dem "geilen Tier":
Es handelt sich hierbei um eine spektakuläre Buckelzikade!
Mit diesem martialisch anmutenden Killer-Ding konnte ich sogar meine Freundin beeindrucken...dass es "in echt" nur maximal 6mm groß wird, hab ich ihr nicht gesagt
Ich hatte bisher viel Spaß bei der Lektüre dieses blogs und werde das auch in Zukunft weiter betreiben!
Viele Grüße
Porno