Schwesterchen zieht um
Nach 6 Monaten wieder mal ein Umzug in der Familie: Schwesterchen 2 hat einen neuen Job an der Universitätsklinik Frankfurt am Main und zieht nach Frankfurt-Bornheim. Der grosse Bruder muss helfen und schafft es drei Tage später eine Chronik des Tages zu verbloggen:Here we go:

- 06:15 Uhr wecken durch die Eltern, wach werden, Morgentoilette und Frühstück
- 06:50 Uhr: Fahrt nach Ludwigshafen, um bei Europcar den gemieteten Mercedes Sprinter abzuholen
- 07:05 Uhr: Sprinter waren aus, dafür fahre ich einen Iveco Daily, 7,02m lang, spartanische Ausstattung aber eben riesige Ladefläche. Bedienungsanleitung les ich grundsätzlich nicht, sind ja auch kaum Knöppe im Cockpit.
- 07:15 Uhr: Jede Menge Möbel aus der elterlichen Garage wollen im Iveco verstaut werden, u.a. ein neuer alter Schrank für mein Wohnzimmer.
- 08:00 Uhr: Es geht los in Richtung Karlsruhe, bis auf 15min Stau auf der A5 an der Dauerbaustelle kurz vor Durlach lief alles optimal, der Iveco fährt 130 wenn man das Gaspedal lange genug durchtritt.
- 09:15 Uhr: die Auer Straße ist komplett zugeparkt, also müssen der Vadder und ich den Schrank ein paar Meter weit zur Haustür tragen und dann vier Stockwerke nach oben - jetzt steht er im Wohnzimmer und sieht verdammt gut aus. Nur befüllen muss ich ihn noch.
- 09:45 Uhr: ab auf die Autobahn nach Tübingen, das Schwesterlein hat schon angerufen und wartet auf uns. Auf der A8 zwischen Pforzheim und Pforzheim merkt man, daß der Iveco vielleicht doch ein wenig untermotorisiert ist, ausserdem ist das Gaspedal beschissen wenn man nicht gerade Vollgas gibt. Auf jeden Fall tut mir der Fuss weh. Mudder stellt mich mit Geleefrüchten und Schokolade ruhig.
- 11:15 Uhr: Mathildenstraße in Tübingen - die ganze Einfahrt steht voll. Werden wohl die Möbel der kompletten WG sein. Fehleinschätzung. Muss alles in den Iveco und nach Frankfurt. Immerhin steht die andere Hälfte der Möbel in der Wohnung im Erdgeschoß und muss nur horizontal bewegt werden.
- 12:30 Uhr: Vadder ist stolz auf mich, habe den gesamten Krusch der Schwester im Laderaum verstaut und sogar die Türen zubekommen. Ab auf die Autobahn in Richtung Frankfurt.
- 13:15 Uhr oder so: der voll beladene Iveco lässt sich am Berg gerne mal von nem 38-Tonner versägen - mir tut wieder der Fuss weh vom Gaspedal. Drecks Konstruktion.
- 14:00 Uhr, A5 bei Darmstadt: es fängt an zu regnen, über Frankfurt (oder da wo ich Frankfurt vermute) ist es pechschwarz. Freue mich auf den Einsatz der Intervallschaltung des Scheibenwischers. Fuß tut immer noch weh.
- 14:05 Uhr, immer noch A5: stelle fest, daß der Drehregler mit (+) und (-) keine Intervallschaltung ist, sondern der Tempomat. Gnaaarf. Ich spüre meinen Gasfuß auch schon nicht mehr. Wie war das mit der spartanischen Ausstattung und der Bedienungsanleitung?
- 14:45 Uhr, Frankfurt: Vadder behauptet, er kennt den Weg zur Wohnung. Fehleinschätzung. Irgendwie haben wir aber doch hingefunden und das Iveco-Monster in gewagter Rückwärtsfahrt vor die Haustür manövriert.
- 18:30 Uhr: der Iveco ist leer! ich bin nur 26-mal in den vierten Stock gestiegen, zum Glück kam der Cousin aus Offenbach noch vorbei zum helfen.
- 21:30 Uhr: alle Möbel sind aufgebaut (Rekordzeit!), die Löcher für Gardinenstangen in der Wand, bis auf ein Bierflaschen-dickes Loch in der Wohnzimmerwand durch Bohrversuche meinerseits gibt es auch keine weiteren Schäden.
- 22:00 Uhr: zurück auf der A5: der Gasfuß freut sich - ich hab ja Tempomat!

- 23:30 Uhr: Iveco ist leer, alle Kartonreste sind in die Garage gekippt, ich beschliesse noch nach Karlsruhe zu fahren, gebe aber Cruiser noch Bescheid daß ich am nächsten Morgen u.U. etwas später zur Arbeit komme. Also schnell die Karre wieder zu Europcar nach Ludwigshafen gefahren, in meinen kleinen Franzosen gesetzt - gegenüber nem Lieferwagen fühlt man sich als säße man auf dem Asphalt - und in die Heimat gebrettert.
- 1:00 Uhr: Klo, Badewanne, Bett. Aus.





Und die SMSe mussten sein!